Ich habe früher wahnsinnig gerne gebloggt. So richtig. Lange Texte geschrieben, Gedanken sortiert, Erfahrungen geteilt und manchmal auch einfach meine Meinung zu Dingen aufgeschrieben, die mich beschäftigt haben.
Und genau das möchte ich wieder machen.
Nicht alles in 90 Sekunden erklären müssen. Nicht überlegen, ob der Einstieg spannend genug ist, damit niemand weiterscrollt. Nicht jeden Gedanken auf fünf Instagram-Slides verteilen.
Sondern einfach mal wieder schreiben. Ausführlich. Über mein Leben, meine Erfahrungen, Dinge, die ich gelernt habe, und Dinge, die ich heute vielleicht ganz anders sehe als noch vor ein paar Jahren.
Deshalb gibt es jetzt Das echte Mamaleben.
Angefangen hat alles mit drei Kindern und ziemlich vielen Erkenntnissen.
Als ich mit meinem dritten Kind schwanger war, ist mir irgendwann aufgefallen, wie unglaublich anders ich mittlerweile über das Mamasein dachte.
Beim ersten Kind macht man sich ja noch über alles Gedanken. Wirklich alles. Man liest Ratgeber, vergleicht Entwicklungsschritte und fragt sich ständig, ob man irgendetwas falsch macht.
Beim dritten Kind hatte ich dann verstanden, dass ziemlich viele Dinge, über die ich mir früher den Kopf zerbrochen hatte, eigentlich vollkommen egal sind.
Es passiert nämlich überhaupt nichts Schlimmes, wenn man nicht zum Babyschwimmen geht.
Es ist auch kein Drama, wenn ein zweijähriges Kind abends noch sein Fläschchen möchte.
Und wenn die Kinder nachts zu einem ins Bett gekrabbelt kommen, dann muss man ihnen das auch nicht unbedingt abgewöhnen. Ich fand das sogar immer ziemlich schön.
Mit jedem Kind wurde ich entspannter. Nicht unbedingt, weil der Alltag entspannter geworden wäre. Mit drei Kindern ist ja eigentlich immer irgendetwas los. Sondern weil ich gelernt hatte, vieles nicht mehr so wichtig zu nehmen.
Und vor allem wurde ich toleranter.
Ich hatte irgendwann verstanden, dass andere Mütter Dinge anders machen können, ohne dass eine von uns deshalb etwas falsch macht.
Genau darüber habe ich damals geschrieben. Weil ich dachte, dass es vielleicht auch anderen Müttern hilft, wenn ihnen jemand sagt, dass sie sich über viele Dinge einfach nicht so viele Gedanken machen müssen.
Und dann kam meine Trennung.
Vor sechs Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt.
Und damit hat sich mein Leben ziemlich grundlegend verändert.
Die Trennung, die Scheidung und alles, was danach kam, waren unglaublich belastend. Plötzlich ging es nicht mehr darum, ob ich meine Kinder besonders bedürfnisorientiert erziehe oder wie wir unseren Familienalltag möglichst schön gestalten.
Es ging erst einmal darum, unser Leben überhaupt wieder auf die Beine zu stellen.
Ich habe in dieser Zeit viel über Mental Load, Care-Arbeit, finanzielle Abhängigkeit und die Fehler geschrieben, die man machen kann, wenn man ziemlich naiv in eine Ehe geht.
Im Grunde habe ich mit diesen Beiträgen auch meine eigene Ehe und die Trennung verarbeitet.
Gleichzeitig musste ich mir beruflich wieder etwas aufbauen.
Ich war schon vor meinen Kindern selbstständig gewesen. Dann hatte ich für die Familie eine Zeit lang komplett aufgehört zu arbeiten. Und nach der Trennung musste ich plötzlich nicht nur für die Kinder da sein, sondern auch dafür sorgen, dass wir finanziell auf eigenen Beinen stehen.
Also habe ich mir zum dritten Mal eine Selbstständigkeit aufgebaut.
Und ich war damit richtig erfolgreich.
So erfolgreich, dass ich irgendwann unser Haus kaufen konnte. Wir leben hier jetzt zu viert, haben uns ein schönes Zuhause geschaffen und renovieren gerade mal wieder. Aktuell ist das Badezimmer dran.
Darauf bin ich tatsächlich ziemlich stolz.
Aber diese Jahre haben auch unglaublich viel Kraft gekostet.
Auf einmal war ich die Ernährerin. Und trotzdem noch die Mama für alles.
Was sich nach der Trennung nämlich nicht verändert hatte, war die ganze Arbeit rund um die Kinder.
Ich war plötzlich für unser Einkommen verantwortlich. Gleichzeitig war ich aber immer noch diejenige, die gekocht, eingekauft, Wäsche gewaschen, Hausaufgaben begleitet und sich um kranke Kinder gekümmert hat.
Und natürlich um die ungefähr 700 anderen Dinge, die in einer Familie jeden Tag anfallen.
Ich musste unser komplettes Leben neu organisieren.
Viele Dinge, die vorher irgendwie funktioniert hatten, funktionierten nicht mehr. Gewohnheiten mussten verändert, Aufgaben neu verteilt und Abläufe überdacht werden.
Eine ganze Zeit lang lag mein Fokus deshalb vor allem darauf, genug Geld zu verdienen und unseren Alltag irgendwie am Laufen zu halten.
Und dabei ist dann etwas auf der Strecke geblieben, was mir eigentlich immer unglaublich wichtig war: Die Leichtigkeit im Familienleben. Das unbeschwerte Lachen und die Momente, in denen man nicht auf die Uhr schaut.
Ich kenne mittlerweile ziemlich viele Varianten vom Mamasein.
Ich war Vollzeitmama. Ich war selbstständig mit kleinen Kindern. Ich kenne das Angestelltenleben und ich kenne es, allein für das Familieneinkommen verantwortlich zu sein.
Ich habe gestillt, Fläschchen gegeben und abgepumpt.
Ich hatte einen Kaiserschnitt, eine natürliche Geburt und eine eingeleitete Geburt.
Ich weiß, wie es ist, wenn man sich ganz auf seine Kinder konzentrieren kann. Und ich weiß, wie es ist, wenn man beruflich unglaublich viel Verantwortung trägt und trotzdem nachmittags daran denken muss, dass noch Vokabeln gelernt werden müssen und irgendjemand morgen einen Kuchen für die Schule braucht.
Und genau deshalb bin ich auch mittlerweile bei ziemlich vielen Diskussionen rund ums Mamasein vorsichtig geworden.
Weil ich nämlich selbst erlebt habe, wie unterschiedlich Lebenssituationen sein können.
Was für eine Familie wunderbar funktioniert, kann für eine andere vollkommen unpraktikabel sein.
Und manchmal passt eine Lösung, die gestern noch richtig war, heute einfach nicht mehr.
Ich glaube deshalb auch nicht mehr daran, dass es den einen richtigen Weg gibt, Familie zu leben. Sondern ganz viele, die für jede Familie völlig anders aussehen können.
Was Projektmanagement mit meinem Familienalltag zu tun hat.
Ursprünglich komme ich beruflich übrigens aus der Immobilienbranche. Ich arbeite als Projektleiterin und beschäftige mich viel damit, wie man Prozesse verbessert, Aufgaben sinnvoll verteilt und Abläufe effizienter gestaltet.
Meine zweite Selbstständigkeit habe ich mir aber über Social Media aufgebaut. Komplett anderer Bereich, ich meine: Influencerin und Projektmanagerin? Mom-Blog und Meeting? Verrückt irgendwie und doch genau das, was mich ausmacht. Ich liebe es Kuchen zu backen und ganz klassisch „homemaking“ – ein Zuhause schaffen. Aber ich liebe es auch, wenn ein Kunde einen Auftrag unterschreibt und ich ein neues Projekt angehen darf.
Ich fand es schon sehr früh faszinierend, dass man mit einer kostenlosen App eine riesige Reichweite aufbauen kann. Dass man nicht mehr darauf angewiesen ist, von einer Zeitschrift oder einem Fernsehsender entdeckt zu werden, sondern selbst Menschen erreichen und damit sogar Geld verdienen kann.
Das hat mir damals überhaupt erst ermöglicht, mit drei kleinen Kindern beruflich wieder Fuß zu fassen und später finanziell unabhängig zu werden.
Und irgendwann ist mir etwas aufgefallen:
Ich beschäftige mich beruflich den ganzen Tag damit, wie Unternehmen ihre Arbeit besser organisieren können. Und es ist immer klar, dass man Ressourcen nicht endlos ausweiten kann.
Aber zu Hause versuchen wir Mütter häufig, einfach alles selbst irgendwie hinzubekommen.
Wir behalten sämtliche Termine im Kopf, erinnern alle an ihre Aufgaben, planen Mahlzeiten, kaufen ein, waschen Wäsche und überlegen abends im Bett noch, was morgen alles erledigt werden muss.
Und wenn es zu viel wird, versuchen wir meistens, selbst noch ein bisschen besser organisiert zu sein.
Dabei würde in einem Unternehmen doch auch niemand ernsthaft erwarten, dass eine einzige Person sämtliche Aufgaben erledigt, alle Prozesse überwacht und gleichzeitig für jedes Problem persönlich zuständig ist.
Warum machen wir das dann zu Hause?
Natürlich ist eine Familie kein Unternehmen. Und Kinder sind keine Mitarbeiter.
Aber die Arbeit, die in einer Familie anfällt, kann man durchaus mit den gleichen Prinzipien organisieren.
Man kann Aufgaben klar verteilen. Wiederkehrende Abläufe vereinfachen. Checklisten erstellen. Verantwortlichkeiten festlegen. Dinge automatisieren oder abgeben.
Und man kann dafür sorgen, dass nicht immer dieselbe Person an alles denken muss.
Genau damit habe ich jetzt angefangen. Nenn es von mir aus meinen Vorsatz fürs neue Jahr oder so:
Ich möchte nicht noch mehr schaffen. Ich möchte wieder mehr leben.
Denn in den letzten Jahren habe ich unglaublich viel gearbeitet.
Ich wollte finanziell unabhängig sein, meinen Kindern ein schönes Zuhause bieten und mir etwas aufbauen, das uns langfristig Sicherheit gibt.
Das habe ich geschafft.
Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich zwar beruflich sehr viel erreicht hatte, unser Alltag aber trotzdem oft nur daraus bestand, dass irgendetwas erledigt werden musste.
Arbeiten. Einkaufen. Kochen. Aufräumen. Kinder irgendwo hinfahren. Hausaufgaben. Wäsche. Und am nächsten Tag wieder von vorne.
Dabei möchte ich eigentlich etwas ganz anderes.
Ich möchte mit meinen Kindern Zeit verbringen, ohne nebenbei darüber nachzudenken, was ich noch alles machen muss.
Ich möchte spontan etwas unternehmen können.
Ich möchte wieder mehr Sport machen, Freunde treffen, verreisen und auch einfach mal einen Nachmittag haben, an dem nichts erledigt werden muss. Am liebsten möchte ich jeden Monat Menschen einladen, die mir wichtig sind. Wieder mehr Verbindungen und echte Gespräche von Mensch zu Mensch.
Und ich möchte, dass wir als Familie nicht nur gemeinsam in einem Haus wohnen und unseren Alltag bewältigen, sondern auch wirklich etwas voneinander haben.
Deshalb organisiere ich unser Familienleben gerade noch einmal ziemlich grundlegend um.
Meine Kinder übernehmen inzwischen feste Aufgaben im Haushalt. Wir haben Familiendienste, Checklisten und Routinen eingeführt. Ich versuche, möglichst viele wiederkehrende Dinge zu vereinfachen, und nutze dafür mittlerweile auch künstliche Intelligenz.
Nicht, weil ich besonders gerne Listen schreibe.
Sondern weil ich keine Lust mehr habe, ständig an alles denken zu müssen.
Und weil ich möchte, dass die Verantwortung für unseren gemeinsamen Alltag auch tatsächlich von mehreren Menschen getragen wird.
Es geht nicht darum, noch produktiver zu werden.
Das ist mir wirklich wichtig.
Ich glaube nämlich, dass die meisten Mütter längst unglaublich produktiv sind. Quasi über produktiv. Oder anders gesagt: Die Kapazitäten sind doch ehrlich gesagt, ausgeschöpft, oder? Was will man da noch mehr optimieren?
Wenn man sich einmal anschaut, was viele Frauen jeden Tag neben ihrer Erwerbsarbeit noch alles erledigen, dann ist das eigentlich der Wahnsinn.
Und trotzdem bekommen sie ständig Tipps, wie sie ihren Alltag noch besser strukturieren, morgens noch früher aufstehen oder in kürzerer Zeit noch mehr schaffen können.
Aber vielleicht müssen wir gar nicht noch mehr schaffen.
Vielleicht müssen wir einfach dafür sorgen, dass nicht immer alles an uns hängen bleibt.
Dass Kinder ihrem Alter entsprechend Verantwortung übernehmen. Dass Aufgaben nicht jedes Mal neu erklärt werden müssen. Dass wiederkehrende Einkäufe automatisch auf einer Liste landen. Dass man nicht die Einzige ist, die weiß, wann die Handtücher gewechselt werden müssen.
Und dass man auch mal entscheidet, etwas einfach nicht zu machen.
Denn nicht alles, was man machen könnte, muss auch gemacht werden.
Ich möchte unseren Alltag nicht perfektionieren.
Ich möchte ihn so organisieren, dass wir möglichst wenig Zeit mit den Dingen verbringen, die einfach erledigt werden müssen, und möglichst viel Zeit für die Dinge haben, die unser Leben schön machen.
Und genau darum soll es hier gehen.
Ich möchte dich mitnehmen, wenn ich neue Dinge ausprobiere, unseren Familienalltag verändere und versuche, wieder mehr Zeit für das eigentliche Leben zu schaffen.
Ich werde darüber schreiben, wie ich unsere Familie organisiere, welche Routinen bei uns funktionieren und welche überhaupt nicht. Wie ich KI im Alltag nutze, was meine Kinder inzwischen selbst übernehmen und wie ich versuche, Beruf, Familie und meine eigenen Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen.
Aber es soll hier nicht ausschließlich um Haushalt und Organisation gehen.
Ich möchte auch über meine Erfahrungen als Mutter schreiben. Über Selbstständigkeit, Geld, finanzielle Unabhängigkeit, Beziehungen, Reisen, schöne Dinge, die ich entdecke, und alles, was mich gerade beschäftigt.
Vielleicht gibt es auch mal einen Beitrag, in dem ich mich einfach nur über irgendetwas aufrege.
So wie früher auf meinem Blog.
Ich möchte hier nichts darstellen, was mein Leben nicht ist. Und ich möchte auch niemandem erzählen, wie er sein Leben führen sollte.
Ich teile einfach, was ich erlebt habe, was ich daraus gelernt habe und was bei uns funktioniert.
Und vielleicht ist ja die eine oder andere Sache dabei, die auch dein Leben ein bisschen leichter oder schöner macht.
Blog und Substack: Was du wo findest
Vielleicht fragst du dich, warum es das Ganze zusätzlich auf Substack gibt, wenn ich hier auf meiner Website schreibe. Ganz einfach: Beides hat seine eigene Aufgabe.
Hier auf ochsenglitter.de findest du das Magazin. Das sind die langen Beiträge, ausführlich und frei lesbar, jederzeit und ohne Anmeldung. Du kannst stöbern, nach Themen suchen und alte Beiträge nachlesen.
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- Jeden Sonntag kommt ein persönlicher Brief von mir per Mail, mit meinen Gedanken der Woche und dem Hinweis auf die neuen Beiträge hier im Magazin.
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Du musst dich also nicht entscheiden. Wenn du gern auf der Website liest, ist alles Freie für dich da. Und wenn du jeden Sonntag einen Brief möchtest, meldest du dich einfach hier bei Substack an.
Denn am Ende geht es doch genau darum: Wir organisieren unseren Alltag nicht, um noch mehr zu schaffen. Sondern damit wieder mehr Zeit zum Leben bleibt.
Das ist das echte Mamaleben.
Schön, dass du hier bist.
Elena
