Alltag mit Kindern

Tabuthema unerfüllter Kinderwunsch

Der Wunsch nach einem weiteren Kind.

leicht positiver schwangerschaftstest
Der unerfüllte Wunsch nach einem weiteren Kind.

Sollen wir ein drittes Kind bekommen?

Für uns war das eine Zeit lang eine der wichtigsten Fragen in unserer Beziehung. Und für viele Freunde und Bekannte auch, wie wir wissen. Aber man redet nicht so gern darüber, wenn man sich ein weiteres Kind wünscht.

Schließlich hat man schon ein Kind oder sogar mehrere Kinder, da kann die Sehnsucht doch nicht so groß sein. Man solle glücklich damit sein, ein gesundes Kind zu haben. Geschweige denn zwei gesunde Kinder. Und außerdem: Sind denn zwei Kinder nicht schon anstrengend genug?

So oder so ähnlich denken sicher viele. Verständlich. Denn jedes einzelne Kind ist ein Geschenk. Das größte Geschenk überhaupt. Und doch gibt es neben der Einzelbetrachtung auch noch die Gesamtheit als Familie. Und eine Familie kann mit einem Kind schon komplett sein. Eine andere fühlt sich aber vielleicht erst mit dem vierten Kind komplett. Das muss jede Familie für sich selbst entscheiden.

Schwierig wird es nur, wenn innerhalb der Familie verschiedene Vorstellungen über das „Sind wir komplett?“-Gefühl herrschen.

Die Grundsatzfrage „Möchtest du Kinder bekommen?“ ist jedenfalls viel populärer. Sie wird meist schon am Anfang einer neuen Beziehung zumindest schon einmal zart ausgelotet.

Denn es ist auch bei diesem Thema schon nicht mehr selbstverständlich, einen gleichgesinnten Partner zu finden, wie eine Studie des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend zeigt. Danach sind 29 % der Menschen in Deutschland zwischen 30 und 50 Jahren kinderlos. 25 % davon gewollt.

Und die meisten Familien entscheiden sich dann auch für nur ein Kind.


Bei uns wurde die Frage „Möchtest du Kinder?“ jedenfalls etwas direkter gestellt:   1. Date, 5. Frage.

Ich war 28 Jahre alt, wollte definitiv heiraten und Kinder bekommen und hatte nach ein paar Beziehungen und einem Jahr als Single dermaßen die Nase voll von nicht entscheidungsfreudigen Männern, dass ich diesmal frühzeitig aussortieren wollte.

Männer, die entweder selbst nicht wussten, was sie eigentlich vom Leben wollten – oder es genau wussten, aber der besseren Vermarktungschancen wegen bei diesem Thema zu einem ausweichenden „Ja, IRGENDWANN einmal möchte ich VIELLEICHT auch Kinder“ griffen.

Ich hatte gelernt, dass die Worte „irgendwann“ und „vielleicht“ in diesem Zusammenhang ein deutliches Warnsignal waren. Sie deuteten – und diese Erkenntnis hatte mich ein paar Jahre meines Lebens gekostet – meist auf genau den Typ Mann hin, der leider so gar nicht geeignet als Vater war. Oder mich für so gar nicht geeignet als Mutter hielt.

Laut diverser Dating-Ratgeber sollte man diese Frage tunlichst vermeiden. So circa die ersten 50 Dates lang. Denn sie würde potentielle Kandidaten verschrecken.

Ich wollte mich aber nicht länger Ratgeber konform verhalten und weitere Jahre an einen „Ja, vielleicht irgendwann-Mann“ verschwenden. Denn erfahrungsgemäß war die Wahrscheinlichkeit zwar hoch, dass er tatsächlich irgendwann Kinder wollte – nur leider nicht mit mir. Mein Fehler, die Frage war ja auch immer sehr allgemein formuliert gewesen.

Mein Mann allerdings hat auf diese doch recht forsche Frage erfreulich schnell und eindeutig mit „Ok, das möchte ich auch.“ geantwortet. Was die generelle Kinderfrage betraf, waren wir uns also sehr schnell einig.

Nun ging es im Laufe der ersten gefühlsbeduselten Beziehungs-Monate darum, die hoffentlichen quantitativen Gemeinsamkeiten zu bestimmen. Ihr kennt diese Phase sicher auch, die aus der romantischen Namenssuche und dem verbalen Malen genetisch gemischter Gesichter besteht.

Meist kommt am Ende ein Geschwisterpärchen dabei heraus, ganz klassisch, Mädchen und Junge. Oder Junge und Mädchen. Eher selten Mädchen und Mädchen oder Junge und Junge.

Oder gar Zwillinge.

So bekam ich dann auch von meinem Mann den Klassiker zu hören: Er wünschte sich erst einen Jungen als großen Bruder und dann ein Mädchen.

Ich hingegen war mir sicher, dass ich zuerst ein Mädchen bekommen würde (mehr dazu hier). Ganz sicher war ich mir. Und dann sollte auf jeden Fall noch ein Junge dazu kommen. Und gern auch noch ein drittes Kind. Und ganz eventuell noch ein viertes. Ich träumte nämlich immer schon von einer ganzen Kinderhorde.

Das war dann der Punkt, an dem unsere Vorstellungen ein wenig auseinanderdrifteten.

Leicht geschockt stellte der Mann damals klar, dass für ihn definitiv nur zwei Kinder in Frage kämen. Und ich dachte mir, typisch Frau: „Schauen wir erst mal…“

Dann kam das erste Kind. Zu meiner Überraschung und seiner Freude ein Junge. Ein Jahr später war ich wieder schwanger – mit dem zweiten Jungen.

Ich weiß, man sagt immer „Hauptsache gesund!“ und noch viel mehr meint man es auch so, aber ich hatte mich seitdem ich denken kann so sehr (auch) auf eine Tochter gefreut, dass ich jetzt in Anbetracht der rigorosen Zwei-Kind-Politik meines Mannes etwas verzweifelte.

Natürlich freute ich mich auch auf und über unseren zweiten kleinen Kerl, darauf, dass wir bald ein wunderbares Jungsgespann haben würden.

Aber ich spürte jetzt schon, dass mir trotz allem etwas fehlen würde, wenn es bei den zwei Jungs bliebe. Und dieses Gefühl verging nicht mehr. Im Gegenteil, es wurde immer stärker.

Erst kamen die durchgeschlafenen Nächte wieder und damit auch mehr Energie für mich. Dann kamen die freien Vormittage, die mich zur Ruhe kommen und die harten Phasen der vergangenen Jahre vergessen ließen.

Und dann kam immer stärker der Wunsch in mir auf, dieses unfassbare Wunder des Lebens noch einmal erleben zu dürfen. Und zwar völlig unabhängig davon, welches Geschlecht dieses Wunder haben würde.

Ich wollte einfach noch einmal schwanger sein dürfen, bis zum Ende diesmal. Und ich wollte noch einmal stillen. Ich wollte die Bewegungen eines anderen Menschen in meinem Bauch spüren können. Noch einmal eine Geburt erleben. Noch einmal einen kleinen Menschen zu unserer Familie hinzufügen.

Denn zu viert fühlte Sicht unsere Familie noch nicht komplett an. Da fehlte noch etwas – nein: Jemand!

Ich spürte mit aller Macht, dass ich ein weiteres Kind wollte. Und zwar mit einer so ursprünglichen und instinktiven Macht, dass ich selbst darüber verwundert war.

Und mittendrin im schon beginnenden Schwangerschaftsbauch-Neid war da immer auch wieder dieser Gedanke an rosa.

Ich liebe meine Jungs über alles und bin stolz und dankbar dafür, dass ich ihre Traumfrau sein darf. Ihre erste große Liebe, die sie so rührend stark auf ihren kleinen Händen tragen wollen. Ihre Mama.

Und doch war da der starke Wunsch nach einer Tochter. Ich wollte das Wunder des Lebens auch gern noch einmal in weiblich erleben dürfen.

Auf jeden Fall sorgten diese ganzen Emotionen dafür, dass ich monatlich Trauer verspürte, wenn ich wieder einmal die Tampons hervorkramen musste. Und zwar monatlich zunehmende Trauer.

Doch der Mann blieb bei seiner Skepsis und malte uns das Horrorszenario „drittes Kind“ in dunklen Farben aus. In ihm tobten die Ängste, die besonders die zweite Schwangerschaft und ganz besonders die Geburt hervorgerufen hatten.

Ich teilte meine zunehmende Trauer drängender mit – er versuchte mich hinzuhalten. Und so kollidierten meine Trauer und seine Ängste im Laufe der Monate immer häufiger.

Irgendwann bekam ich Angst davor, dass mir die Zeit davonlief. Und ich spürte genau: Würde mir die Zeit die Entscheidung abnehmen, dann würde ich mein Leben lang etwas vermissen.

Zusammen mit all meinen Argumenten und Emotionen teilte ich diese Befürchtung meinem Mann mit. Und zum ersten Mal sah ich, dass er auf einmal verstand. Er sah jetzt, wie groß die Sehnsucht war. Und wie tief der Kinderwunsch.

Ich erklärte ihm, dass es meiner Meinung nach nicht richtig war, wenn man erst eine Frau zur Mutter verwandelt und sie Symbiosen mit den Kindern eingehen lässt, um dann die Sehnsucht nach einem weiteren Kind rational beschneiden zu wollen.

Man kann diese tiefen und ursprünglichen Emotionen und Instinkte nicht mit Rationalität zur Raison bringen.

Das wurde ihm in dem Moment bewusst. Er öffnete sich dem Gedanken an ein weiteres Kind. Und dann versuchte er sogar, seine Ängste wegzusperren.

Dies klappte mal mehr, mal weniger. Besonders, als ich dann tatsächlich wieder schwanger wurde. Am Anfang war da neben einer großen Freude auch Angst. Wie sollte es anders sein. Doch mit jeder weiteren Woche kam eine unglaubliche Freude hinzu. Und zwar bei der ganzen Familie.

So richtig weg waren die Ängste bei uns beiden aber erst in dem Moment, als dieser dritte, perfekte kleine Mensch geboren war.

Und mit unserer kleinen Tochter kamen so viel neues Glück und Heilung in unsere Familie, wie wir es uns vorher nie hätten vorstellen können.

Alle Befürchtungen haben sich als komplett nichtig erwiesen. Und das Gegenteil ist eingetreten: Wir alle sind nach schweren Zeiten wieder gesund geworden.

Jetzt fühlt sich alles passend an und momentan ist da ein richtiges Komplett-Gefühl. Wir sind alle überglücklich und froh, dass wir diesen Menschen nicht haben vorüberziehen lassen, sondern ihn in unsere Familie aufgenommen haben.

Leid tun mir aber immer wieder andere Frauen, die auch diese Sehnsucht nach einem weiteren Kind in sich tragen. Und bei denen auch der Mann rationale Schranken setzt. Ich erkenne einige unserer Befürchtungen bei ihnen wieder. Und ich sehe die tiefe Sehnsucht, die oftmals besonders die Frauen haben.

Wie sie versuchen, die Emotionen nach außen zu unterdrücken, indem sie die sachlichen Argumente der Männer als ihre eigenen vortragen. Und jedes Mal tut es mir so leid, dass sie vielleicht für immer die unerfüllte Sehnsucht nach einem weiteren Kind in sich tragen werden.

Kennt ihr auch Frauen, die einen unerfüllten Kinderwunsch haben? Oder habt ihr es sogar selbst so erlebt? Wie steht ihr dazu?



20 % weniger bezahlen für Windeln? Die besten Amazon Prime Angebote speziell für Familien

Für alle Neu-Mamas gibt es hier meine kostenlose Mama-Checkliste Welche Amazon Prime Services und Angebote nutzen wir und welche eignen ...
Weiterlesen …

Meine Make-Up-Essentials für mein tägliches 5-Minuten Make-Up

Werbung / Werbelinks Mit Make-Up fühle ich mich einfach besser und es macht mir Spaß, mit unterschiedlichen Farben zu experimentieren ...
Weiterlesen …

Entspannter Urlaub mit Kindern in Italien – die schönsten Ferienparks in Venetien Teil 1

Werbung - Verlinkungen - alle Fotos/Videos sind den jeweiligen Websites entnommen Der Begriff Campingplatz passt nicht mehr ganz zu diesen ...
Weiterlesen …

Frühlingsmüdigkeit – bist du im Moment auch so ein Mombie?

Meine besten Tipps für müde Muttis. Dieser Artikel enthält Werbung. Als ich noch keine Kinder hatte, da habe ich im ...
Weiterlesen …

Wie kinderfreundlich sind die Deutschen?

Eine Umfrage mit erschreckendem Ergebnis und meine persönlichen Erfahrungen als Mutter von drei Kindern in Deutschland. Immer wieder wird das ...
Weiterlesen …

Meine absoluten Lieblingsserien – Serientipps für ruhige Fernsehabende

Werbung: Verlinkungen, Marken Bei manchen Angewohnheiten denkt man ja, dass man damit garantiert alleine ist. Ich schaue zum Beispiel gerne ...
Weiterlesen …

Kindergeburtstag – Alles rund um den 1. Geburtstag

Geburtstagkuchen zur ersten Geburtstag - Geburtstagstorte Dieser Text enthält Werbung auf Grund von Markennennungen und Verlinkungen Der erste Geburtstag ist ...
Weiterlesen …

Bericht: Unser Kurzurlaub im Center Parcs Nordseeküste in Tossens

Werbung wegen Markennennung Über CenterParcs CenterParcs betreibt Ferienparks in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Die Parks bestehen aus Ferienhäusern ...
Weiterlesen …

Restaurantbesuch mit Kindern? 5 Tipps für weniger Stress

Entspannter Essen gehen mit Kindern (mit Produktempfehlungen für Spielzeug unterwegs) Werbung: Verlinkungen, Marken. Mit * gekennzeichnete Links sind Werbelinks. Oft ...
Weiterlesen …

Mit diesen 8 Tipps findest du den perfekten Buggy!

Werbung: Verlinkungen, Marken. Mit * gekennzeichnete Links sind Werbelinks. Was muss man beachten, wenn man einen Kinderwagen oder Buggy kaufen ...
Weiterlesen …





image_pdfPDF erstellenimage_printdrucken

21 Comments

  • Anna

    Dein Beitrag ist wundervoll geschrieben und lösst mich hoffen, dass nein Mann einem dritten Kind doch noch positiv entgegen blicken kann.
    Für ihn sind wir komplett aber ich habe das Gefühl leider nicht obwohl unsere Tochter erst 3 Monate alt ist. Der Abstand zum Großen (4jahre) ist gut aber ich hätte doch gerne ein Geschwisterpärchen was näher zusammen ist. So lange habe ich dann leider nicht mehr ihn zu überzeugen.
    Lg

  • Katharina

    Ganz toller Beitrag und super schön geschrieben. Du sprichst mir aus dem Herzen. Bei uns war die Diskussion aber leider schon nach dem ersten Kind. Ich wollte immer 3, mein Mann 2. Nach der Geburt unseres Sohnes änderte er seine Meinung und verharrte stur darauf – das Kind bleibt ein Einzelkind. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Wir haben uns viel darüber gestritten. Eines Tages meinte er , nur weil er JETZT noch kein weiteres Kind will heißt das nicht das er gar keines mehr will… Ich hab ihn Monatelang nicjt mehr darauf angesprochen und es hat funktioniert… Wir hibbeln gerade dem 2. Kind entgegen. Ein 3. Wird es ziemlich sicher nicjt mehr geben aber das ist für mich ok. 2 sind ein schöner Kompromiss- und wer weiß was in ein paar Jahren ist 😉

  • Madeleine

    Was für ein toller Text! Und ein absolutes Traum-Happy-End! Hätte ich selbst geschrieben haben können, nur ohne das Ende 🙂 wir haben zwei Jungs und ich hab auch das Gefühl, dass da noch jemand fehlt. Allerdings lässt mich das Geschlechter-Thema nicht so richtig los. Ich fühle mich so schlecht deswegen, weil das ja völliger Blödsinn ist. Nur kann ich ja leider nicht aus meiner Haut. Wir sind uns noch nicht einig ob wir noch ein weiteres Kind bekommen oder nicht. So viele Ängste sind auf beiden Seiten da, aber wie du ja so schön geschrieben hast: rationale Argumente helfen bei diesem Emotionen nicht.

  • Madeleine

    So ein schöner Text mit einem wundervollen Happy End für euch! Ich habe mich so sehr darin wiedergefunden. Wir haben auch zwei Söhne und das Thema drittes Kind schwebt im Raum, aber wir sind uns leider auch nicht einig. Zum Teil aber auch weil wir beide Ängste haben. Und LEIDER lässt mich vor allem das Glücksspiel mit dem Geschlecht nicht los. Was ich so fürchterlich finde, weil das ja wohl völliger Blödsinn ist. Manchmal schäme ich mich sogar für den Wunsch nach einem weiteren Kind, weil ich mich selbst als Mutter so in Frage stelle. Und deshalb mag ich mit meinem Mann auch gar nicht weiter drüber reden.

    So ein Luxusproblem kann schon ziemlich belastend sein. Andere wären froh, wenn Sie das hätten was ich habe. Warum kann man nicht einfach zufrieden sein? Und hätte ich diesen Wunsch auch, wenn ich beide Geschlechter hätte? Aber du schreibst es ja schon so schön, manche emotionen kann man nicht mit rationalem Denken eindämmen.

    • Elena

      Vielen Dank und ja, wir haben wirklich unser Happy End. Ich bin ehrlich gesagt jeden Tag froh darüber, dass wir noch eine Tochter bekommen haben – sie bringt so viel Freude und auch das „Weiche, Weibliche“ in unsere Familie. Dass der Unterschied doch so groß ist (bei uns zumindest) hätten wir selbst nie gedacht. Und der Papa ist ganz verliebt in seine kleine Tochter 🙂

  • Li

    Wir wollten immer nur ein Kind und tatsächlich beide einen Jungen. Ich war mir sogar so sicher,dass ich mich nach meinem Kaiserschnitt direkt sterilisieren ließ. Ärzte Hebammen und Schwestern konnten meine Entscheidung verstehen, da ich ja auch schon 34 bin. Nur von anderen Müttern wird man angefeindet,weil man ja nur ein Kind möchte. Ich feinde andere Mütter doch auch nicht an.

    • Elena

      Liebe Li,

      wenn das euer gemeinsamer Weg ist, dass ist das doch vollkommen in Ordnung so! Das wichtigste ist doch, dass man als Paar einen gemeinsamen Weg findet. Dann sind beide zufrieden. Schade ist es nur, wenn es keinen gemeinsamen Weg gibt und eine (-r) darunter leiden muss.

      Viele Grüße
      Elena

  • Rieke

    Ich habe gerade sehr geweint als ich deinen Text gelesen habe. Deine Worte beschreiben genau meine Gefühle. Ich bin eine sehr glückliche Mutter von zwei wundervollen Töchtern (2/4), wir haben letztes Jahr ein Haus gekauft und ich könnte einfach nur seelig und zufrieden sein.
    Und dann ist da dieses Gefühl, das sich immer stärker meldet, bohrt, das Herz einschnürt, …
    Mein Mann hat nun ganz klar gesagt, dass er meinem Wunsch nach einem dritten Kind nicht nachgehen mag und kein Kind mehr möchte. Mir bricht es das Herz, denn für mich ist klar, dass eine Schwangerschaft nur auf beiderseitigen Wunsch in Frage kommt. Doch alles in mir schreit nach einem weiteren Kind, ein Junge oder ein Mädchen spielt keine Rolle. Ich selber komme aus einer größeren Familie und ich fühle mich nicht komplett, ich kann mir auch nicht vorstellen, wie es ist mit nur einem Geschwisterkind aufzuwachsen… Wieviel Späße und Freude machen doch Geschwister. Ich war nach unserer Diskussion, die innerhalb des letztes Jahres immer wieder kam, so unglücklich, dass mein Mann meinte, ich müsse mir sonst einen anderen Vater für mein Kind suchen, wenn nur das mich glücklich machen könne, denn er wolle mich nicht so unglücklich sehen. Das ist natürlich übertrieben, nie würde ich meine Familie gefährden. Doch wie kann man dieses Ur-Gefühl, das mit so voller Wucht einschlägt, überwinden? Und ist es überhaupt möglich? Wie kann ich lernen abzuschließen, wobei ich es doch gar nicht möchte. Wieso muss ich nachgeben?!
    Ich würde mir so sehr ein Happy End wie deines wünschen… nur bin ich gerade 37 geworden und ich glaube, das nimmt mich gerade auch etwas mit, dann da ist ja dieses Gefühl von der tickenden Uhr….

    • Elena

      Genau dieses Gefühl, was du beschreibst, das kenne ich so gut… Diese Urgewalt an Kinderwunsch kann man so schwer unterdrücken, sie kommt immer wieder hoch und belastet einen sehr.
      Ich hoffe sehr, dass dein Mann sich noch umstimmen lässt und ihr einen Weg für euch findet!
      Alles Liebe
      Elena

  • Sonja

    Mein Mann hat mir vor drei Tagen gesagt, dass er kein zweites Kind möchte. Eigentlich waren wir uns einig, dass wir beide 2 Kinder möchten. Dementsprechend haben wir auch 2 Kinderzimmer im Hausbau berücksichtigt. Das er jetz kein weiteres Kind möchte ist für mich wie ein Schlag ins Gesicht und hat mir völlig den Boden unter den Füßen weg gezogen. Wenn ich daran denke nie mehr zu spüren, wie ein Leben in mir heranwächst, macht mich fertig. Ich kann seit drei Tagen nichts essen und brech auch immer wieder in Tränen aus. Ich hoffe mit jeder Faser meines Körpers, dass mein Mann seine Meinung doch noch ändert.

    • Elena

      Liebe Sonja,
      ich muss fast weinen beim Lesen deines Kommentars. Es tut mir so leid, dass du gerade so eine Enttäuschung durchleben musst und ich hoffe es sehr für dich, nein für euch beide, dass ihr eine gute Lösung für euch findet!
      Alles Liebe
      Elena

      • Kate

        Hallo liebe Elena,
        auch ich hatte Tränen in den Augen als ich den Beitrag hier gelesen habe. Wie gerne würde auch ich dieses Gefühl von einem wachsenden Menschen in mir wieder spüren und einem kleinen Wunder beim Aufwachsen zusehen. Ich habe zwei Mädchen 3 und 6 und dass bei uns einer fehlt fühle ich jeden Tag und versuche die überwältigenden Gefühle wegzusperren aber es funktioniert nicht. Mein Mann will nicht er sagt das schafft er nicht ein drittes Mal und ich werde bald 43. Er auch. Ich fühle jetzt immer noch die Stärke und die grenzenlose Liebe die ich so noch nicht kannte, die auf ein Mal da waren durch die Geburten und das kleine Wesen. Dieses Gefühl des Endgültiges schwebt über mir tagtäglich wie eine schwarze Wolke und schnürt mir jedes Mal die Luft weg. Ja die Zeit ist leider nicht mein Freund. Beide Kinder fragen sogar nach einem Bruder aber mein Mann bleibt seiner Entscheidung treu. Ich freue mich für dich dass es bei euch so gut ausgegangen ist. Ich weiss noch wie es war als meine beste Freundin uns per Post informiert hat, dass sie ein drittes Familienzuwachs erwarten. Ich bin vor Trauer und Eifersucht in Tränen ausgebrochen. Dieses Gefühl ist mächtiger als ich jemals gedacht habe. Und immer wenn ich denke ich habe Frieden geschlossen, kommt es wieder und wieder. Wir haben ein Haus gekauft und finanziell immer wieder Kreisen erlebt, aber das hält meinen Mann davon ab. Für mich ist es eine Herzensentscheidungund ich finde es furchtbar dass in unserer Gesellschaft neue Menschenleben, die das tollste Wunder der Welt sind, vom Geld abhängig sind. Ein wenig Hoffnung bleibt immer aber sie schwindet tagtäglich.

        • Elena

          Liebe Kate,
          ich kann deine Gefühle so gut nachempfinden!
          Auch ich verstehe nicht, warum Kind eins und zwei so positiv gesehen werden, aber Kind drei auf einmal nicht mehr. Dabei sind alle Kinder solche Wunder!
          Alles Liebe dir und meine Daumen sind gedrückt, dass ihr eine gute Lösung findet.
          Liebe Grüße
          Elena

    • Sarah

      Was ein wundervoller Text! Und ich kann genau mitfühlen.
      Wir haben einen Sohn und seit er da ist fühle ich das noch jemand fehlt bei uns . Dies habe ich auch schon öfter angesprochen nur mein Mann blockt leider immer sofort ab 😔
      Für ihn reicht das eine , ist oft schon zuviel und ein 2tes kommt garnicht in die Tüte.
      Jeden Monat wird meine Laune schlechter wenn die Periode kommt und wenn Freunde mitteilen das sie Kinder kriegen kann ich mich leider auch nicht mehr mitfreuen ( auch wenn ich Schuldgefühle habe)

  • Sandra

    Ich wollte immer nur ein Kind, bin gerade schwanger und freue mich riesig. Mein Mann hingegen möchte zwei… das ist für mich ein großes Problem. Ich fühle mich jetzt schon unter Druck gesetzt, da ich mir zwei einfach nicht vorstellen kann. (Natürlich weiß man nie was in ein paar Jahren ist). Ich habe aber tatsächlich Angst, dass die Beziehung daran zerbricht wenn ich wirklich auf meinem Standpunkt beharre. Hat denn nur der Partner mit dem Kinderwunsch dieses Recht auf Mitleid und Trauer? Wie schon jemand weiter oben schrieb ist man ja fast „unnormal“ wenn man nur ein Kind möchte, niemand hat hier Verständnis, aber der arme Partner, der unbedingt noch ein Kind möchte…

    • Elena

      Liebe Sandra,
      natürlich sind die Gefühle des anderen Partners genauso verständlich und berechtigt.
      Dennoch weiss ich aus meienr Erfahrung heraus, dass der Leidensdruck bei einem unerfüllten Kidnerwunsch deutlich höher sein kann, als das empfundene Leid, wenn der Partner sich dann doch auf ein Kind einlässt. Da sind die Chancen sogar relativ hoch, dass er im Nachhinein froh darüber ist, doch noch ein Kind bekomen zu haben.
      Während man den unerfüllten Kinderwunsch oft nie ganz vergisst und teilweise wirklich ein Leben lang darunter leidet.
      Das sind zumindest meine Erfahrungen und meine Meinung dazu.
      Alles Liebe euch und viele Grüße
      Elena

  • Daniela

    Wir haben ein Kind und ich fühle mich oft nicht ganz vollständig, aber da ich beim ersten schon 40 war, hat bei uns der Verstand gesiegt und wir haben uns gegen weitere Kinder entschieden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.