Reisetagebuch Florida 2018

Tag 9 – der letzte Tag in Bradenton, Fähnchen auf dem Rasen

Wir hatten uns gerade etwas eingelebt und unseren Lieblings-Walmart gefunden – da geht es auch schon weiter.

Morgen werden wir uns auf den Weg nach Orlando machen. Das heißt zum einen, dass wir nicht mehr am Meer sein werden, und zum anderen, dass wir die Seite wechseln werden.
Die letzten neun Tage waren wir ja auf der Westseite Floridas und konnten den wunderbaren Golf von Mexiko genießen.
Nun werden wir Richtung Osten fahren und somit Richtung Nordatlantik.

Mal sehen, was uns dort für ein Wetter erwartet.
Angekündigt ist dieses hier:

Also eher nicht so schön für die geplanten Freizeitpark-Besuche.

Ich weiß jetzt schon, dass die meisten von uns den Strand vermissen werden. Die Jungs hätten noch Tage lang dort im Sand buddeln können. Sie waren so stolz auf ihre Bauprojekte.
Für Viktoria war es sicher auch irgendwie spannend, aber über etwas weniger klebrigen Sand auf ihrer Haut hätte sie sich sicher auch gefreut.
Und darüber, einfach mal nackig in der Hitze strampeln zu dürfen. Das ist leider selbst bei Babys ein Problem hier (selbst umziehen am Strand ist schon böse). Genauso wie das Stillen in der Öffentlichkeit.
Geht natürlich (es gibt sogar offiziell ein Gesetz, was es ganz klar erlaubt für Kinder bis 12 Monaten), aber man sollte sich dabei komplett bedecken und kann trotzdem noch unangenehm auffallen. Die meisten Amerikanerinnen pumpen wohl ab und füttern mit der Flasche – liegt bestimmt auch daran, dass sie quasi direkt nach der Geburt wieder arbeiten müssen.
Auf jeden Fall ist es ziemlich umständlich, im Sand sitzend bei 33 Grad ein Baby zu halten und gleichzeitig ein Tuch so auszurichten, dass man bloß nichts sehen kann von keiner Seite😆 und mit sechs Monaten kann ein Baby ja auch schon prima am Tuch ziehen…
Das macht den Strandtag mit Baby (zusätzlich zur Hitze) für mich etwas unentspannt im Vergleich zum Plantschen am Nordseestrand. Aber dafür sind das Wasser und der Sand hier einfach der Hammer…
Zur Erinnerung:

Wow…

Gut, dass wir die letzten Tage vorm Rückflug noch einmal zurückkommen werden und auf einer wunderschönen Insel vor Fort Myers übernachten werden – Sanibel Island.
Zurück zu heute:
Wir sind diesmal nicht nach Anna Maria Islnd gefahren, sondern nach Bradenton an den Fluss.
Dort gibt es den River Walk. Eine Promenade am Fluss entlang mit vielen tollen Highlights auf der Strecke wie zB ein Amphitheater mit Mosaik Steinen, verschiedene Kunstwerke, gemütliche Sitzgelegenheiten und ein Spielplatz mit Splash Pad:

Am Ende waren wir alle nass und hatten tierischen Spaß mit den ganzen Fontänen.
Auch der Rest des Spielplatzes war richtig schön.

Praktisch auch der Wasserspender. Für Hunde, Menschen und Flaschen😄

Hier noch Bilder von der Promenade:

Wir wurden schon öfter auf die Hüte der Jungs angesprochen. Die fallen auch tatsächlich auf, weil kein anderes Kind (egal wie alt/jung) einen trägt. In der Sonne. 

Und alles ist so extrem sauber und ordentlich hier. Alle paar Minuten fahren ein Polizist oder das Ordnungsamt vorbei und schauen nach dem Rechten. Am Strand übrigens auch.
Offensichtlich funktioniert die Abschreckung durch häufige Polizeipräsenz ganz gut, zumindest was das Thema Sachbeschädigung angeht. Denn alle möglichen Dinge, die bei uns nach einer Woche zerstört, bemalt oder beklebt wären, bleiben anscheinend (zumindest was wir hier bisher gesehen haben), sauber und ordentlich.
Bestes Beispiel:
An den Straßenrändern stecken oft kleine, bunte Fähnchen im Boden. Wir haben beim ersten Vorbeifahren noch gescherzt, dass hier aber viele CSI-Tatort-Markierungen sind😂
Bei näherer Betrachtung markieren die verschiedenfarbigen Fähnchen aber einfach Leitungen für Gas, Wasser, Strom und Internet, etc, die unter der Erde verlaufen.
Man ist hier in Florida (in anderen Bundesstaaten wohl ähnlich) sogar gesetzlich verpflichtet, derartige Markierungen durch entsprechende Fachleute setzen zu lassen (in Florida kostenlos), bevor man graben möchte. Und zwar egal wie tief oder wie breit. Und egal, ob auf privatem Grund oder gewerblich auf einer Straßenbaustelle.
 
Hier der Link zur offiziellen Website mit allen Erklärungen.

Und so sehen die Markierungen aus:


Der April war übrigens offizieller „National Safe Digging Month“, also quasi der nationale Sicher-graben-Monat…

Was ich aber sagen wollte: In Bochum würden die doch keine zwei Tage ordentlich neben einer Straße im Rasen stecken bleiben, oder?😳
 
Am späten Nachmittag waren wir dann mal typisch deutsch essen. Ja, genau. Und zwar im Lucky Frog (so heißt das Restaurant hier in Bradenton). Gehört einem Ehepaar aus Augsburg (Mann ist Koch mit internationaler Erfahrung), die seit vier Jahren hier leben.
 
Und die Spätzle, Schnitzel und Bratwürste waren extrem lecker! Halt so richtig bayerisch. 
 
Fotos gibt’s davon hier nicht, es existiert nämlich nur ein mega peinliches Fressbild von mir🤣

Mehr zu den interessanten Gesprächen nicht nur mit den beiden, sondern auch mit Nachbarn in der Wohnanlage hier und anderen schreib ich mal in einem anderen Beitrag. Jetzt gehts schnell ins Bett, morgen ist ja wieder das große Packen angesagt…

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