Reisetagebuch Florida 2018

Autofahren und Verkehrsregeln in den USA

Nachdem wir zuerst dachten, wir müssten uns nur mal schnell die Geschwindigkeitsbegrenzungen anschauen, wurden wir schnell eines Besseren belehrt:
Es gibt noch deutlich mehr zu beachten, als nur die Geschwindigkeit.
Die auch kein Problem ist, weil eh überall Schilder mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit aufgestellt sind.
Am Schwierigsten für uns war erst mal das Stoppschild.
Also nicht das Schild an sich, sondern die Tatsache, dass es an Kreuzungen oft auf ALLEN VIER SEITEN aufgestellt ist.

Wer fährt da zuerst?
Nach kurzer Recherche kannten wir die Antwort:
Der, der zuerst bei der Kreuzung ankam. Und dann der zweite, dritte, usw.
Das fühlt sich nicht nur total ungewohnt an, es ist in der Praxis (zumindest mit unserer bisherigen Fahrpraxis) auch wirklich schwierig, sich diese Reihenfolge zu merken.
Bei Unklarheiten wird sich mit Handzeichen verständigt.
Ein Kreisverkehr wär da mal eine gute Alternative.
Was für uns auch oft etwas komisch ist:
Die Blinker sind rot, nicht orange.
Find ich sehr gewöhnungsbedürftig. Rotes blinken ist bei uns nämlich nicht mit „Achtung, dein Vordermann bremst gleich, weil er abbiegen will!“ verknüpft. Man muss also echt aufpassen, das als Signal zum Bremsen wahrzunehmen.
Total praktisch find ich aber diese Regeln:
Parkplätze an Bordsteinen sind einheitlich farblich markiert:
Blau: Behindertenparkplatz
Rot: absolutes Halteverbot
Gelb/schwarz: Ladezone
Weiß: Max 5 Minuten
Grün: Max 10 Minuten
Auf den meisten Schildern steht einfach mit Worten drauf, was es bedeutet! Man muss also nicht alle möglichen Piktogramme, Formen und Farben auswendig kennen.
Schulbusse sind alle gelb und wenn sie halten und ihr Stop-Schild ausfahren, darf keiner überholen. Auch auf der Gegenfahrbahn nicht.
Insbesondere Kinder und auch sonstige schwächere Verkehrsteilnehmer haben das Vorrecht und Autofahrer sind bei Unfällen mit ihnen meist automatisch schuld.
Find ich sehr vernünftig – der Stärkere muss halt auch mehr aufpassen.
Man kann als Fußgänger also beruhigt (im Gegensatz zu Frankreich oder Spanien) über einen Zebrastreifen gehen und muss keine Angst haben, dass ein Autofahrer trotzdem Gas gibt.
Bei rot rechts abzubiegen ist grundsätzlich erlaubt. Natürlich mit anhalten und aufpassen. Wenn’s nicht erlaubt ist, weist ein Schild darauf hin („No Right on Red“). Macht Sinn.
Ein Spurwechsel gilt als riskant und wird selten gemacht. Überholen ist rechts und links ok. Das macht das Fahren deutlich entspannter.
Die Höchstgeschwindigkeit genauso wie der Abstand zum Vordermann werden penibel eingehalten.
Drängeln ist richtig böse. Macht auch keiner. Sehr angenehm!
Leider gelten die Regeln mit dem Spurwechsel und dem Abstand in Miami irgendwie nicht – hier fahren die meisten deutlich aggressiver als in den kleineren Orten. Sowohl mein Mann als auch ich wurden in den paar Tagen in Miami mehrmals angebrüllt, haben den Stinkefinger gezeigt bekommen oder wurden angehupt.
 
Und das jetzt nicht in Situationen, die total böse waren! Einmal ist der Hintermann ausgerastet, weil wir nicht gefahren sind. Dabei stand noch ein anderes Auto vor uns und die Ampel war noch rot. Hat er wohl nicht gesehen oder so. Und so ging es ein paar mal. Reingelassen wird man trotz blinken und leichtem rüberfahren absolut nicht, da wird immer Gas gegeben. 
 
Aber alles nur in Miami! Überall sonst waren die Autofahrer deutlich freundlicher und ruhiger. Am meisten übrigens auf Sanibel Island.
Ampeln hängen an Kreuzungen auf der anderen Seite der Kreuzung und für jede Spur gibt es eine eigene Ampel. Die sind so viel besser zu sehen – sehr praktisch! Wenn man ganz vorne steht, muss man sich gar nicht den Kopf verrenken.
Auf dem Hotelgelände in Orlando begannen die Zebrastreifen zu blinken, sobald ihn jemand betrat:

Die meisten Parkplätze haben vorne Begrenzungen.

Damit merkt man es, wenn man so weit wie möglich vorn angekommen ist:

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